Armes Deutschland – Schock: Mike und Angelique kassierten doppelte Sozialleistungen – jetzt droht ihnen eine Gefängnisstrafe.
Angelique und Mike aus der RTLZWEI-Sozialdoku „Armes Deutschland“ haben monatelang doppelt vom Staat kassiert. Nun geht das Jobcenter wegen Sozialbetrugs gegen das Bürgergeld-Paar vor – droht den beiden jetzt sogar eine Haftstrafe?
Angelique (21) und Mike (27) genießen ihr Leben mit Bürgergeld und machen keinen Hehl daraus, dass sie nicht arbeiten wollen. An dieser Einstellung möchten die beiden offenbar auch nichts ändern. Doch jetzt könnte sich ihr Leben drastisch verändern: Wegen Sozialbetrugs mussten sie sich vor Gericht verantworten.
„Das Jobcenter hat uns wegen Betrugs angezeigt, weil wir zu viel Geld bezogen haben“, erklärt Mike in der neuen Folge von „Armes Deutschland“. Der 27-Jährige erhielt über mehrere Monate hinweg gleichzeitig Bürgergeld und Arbeitslosengeld. Mike kassierte somit doppelt – bis der Fehler schließlich aufflog. Dass ihnen zu viel Geld überwiesen wurde, war dem Paar offenbar längst bewusst. Dennoch sehen sie die Verantwortung nicht bei sich selbst, sondern beim Jobcenter.

„Die sind selber dumm und wissen nicht, was sie tun in ihrem Job“
„Die sind selber dumm und wissen nicht, was sie tun in ihrem Job, glaube ich“, sagt Mike. Angelique räumt dagegen ein: „Es war Unwissen. Im Nachhinein war es aber schon Betrug, weil wir es wussten, aber nichts gesagt haben.“
Neben Bürgergeld und Arbeitslosengeld verfügten die beiden noch über weitere Einnahmen. „Plus Kindergeld und Kindergeldzuschlag. Sieben Monate lang haben wir 3500 Euro bekommen“, rechnet Angelique vor. Laut den Machern von „Armes Deutschland“ sollen die Zahlungen sogar über elf Monate erfolgt sein.
„Ich hab’s trotzdem einkassiert“, erklärt Angelique weiter. Und ergänzt: „Für was auch? Warum soll ich mich schuldig fühlen?“ Ihrer Meinung nach habe schließlich das Jobcenter den Fehler gemacht und die Anträge auch ablehnen können.
Angelique und Mike wegen Sozialbetrugs verurteilt
Nun mussten sich beide vor Gericht wegen Sozialbetrugs verantworten. Angelique wurde zu 80 Sozialstunden verurteilt – eigentlich ein vergleichsweise mildes Urteil. Dennoch macht die Bürgergeld-Empfängerin deutlich, dass sie davon wenig begeistert ist: „Die hätten ruhig 40 Stunden machen können – das ist nichts für mich, so lange zu arbeiten.“
Auch Mike muss 80 Sozialstunden leisten. „Ich muss 80 Sozialstunden machen – ich habe vier Monate Zeit“, erklärt er. Für ihn hatte die Verhandlung jedoch noch deutlich schwerwiegendere Folgen: Zusätzlich erhielt er eine Haftstrafe von fünf Monaten auf Bewährung. Sollte er seine Sozialstunden nicht ableisten oder erneut straffällig werden, droht ihm Gefängnis.
Trotz der Gerichtsverhandlung und ihrer hohen Schulden planen die beiden weiterhin einen Umzug. Obwohl sie bereits 10.800 Euro Schulden beim Jobcenter haben und zudem Mietrückstände aufgelaufen sind, wagen sie einen Neuanfang auf Kredit – allerdings weiterhin ohne konkrete Pläne für Arbeit oder Ausbildung. Immerhin haben sie nach eigener Aussage ein großes Ziel erreicht: Sie können Pirmasens endlich den Rücken kehren.




